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    Willkommen in der Welt der G20

    Eine Veranstaltung der interventionistischen Linken

    Das Wohl Afrikas steht ganz oben auf der Liste der deutschen G20-Präsidentschaft. Daher findet am 12. und 13. Juni in Berlin die G20-Konferenz „G20 Africa Partnership – Investing in a Common Future“ statt. Die zentrale Säule dieser neuen G20-Afrika-Partnerschaft ist der vom deutschen Bundesfinanzministerium entwickelte „Compact with Africa“. Sich rühmend, nun endlich Verantwortung für die ärmsten Länder der Welt zu übernehmen, formulieren die G20 in diesem Plan ihr Ziel, durch die Stärkung von Privat- und Infrastrukturinvestitionen in Afrika zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum sowie besseren Lebensbedingungen beizutragen.

    Doch was sich dahinter verbirgt ist offensichtlich: Deregulierung, Freihandelszonen und neoliberale Kapitalerschließung in noch nicht vollständig erschlossenen Absatzmärkten – kurz: ein eigennütziges Entwicklungsverständnis, das auf Kapitalismus gebaut ist. Begründen lässt sich diese Afrika-Politik der G20 und insbesondere Deutschlands allerdings höchst edel: Den afrikanischen Ländern werde dabei geholfen, eigene Perspektiven zu schaffen, Wachstum voranzutreiben und somit Fluchtursachen endlich nachhaltig zu bekämpfen. Tatsächlich werden aber weiter Flüchtlinge bekämpft, indem die afrikanischen Staaten gezwungen werden, die Grenzen innerhalb Afrikas zu schließen. Die dafür nötige Überwachungstechnologie wird nur allzu bereitwillig von insbesondere den europäischen Staaten mitfinanziert. Diese Politik ist für uns ein weiterer Grund dafür, im Juli nach Hamburg zu fahren, um die Straßen zu verstopfen, den Gipfel zu stören und damit den Herrschenden zu zeigen, dass wir ihr scheinheiliges Weltverbesserungsprogramm ablehnen! Wir wollen stattdessen in all unserer bunten Vielfalt eine kollektive linke Alternative wieder sichtbar machen, daher: #Block G20 – colour the red zone!

    Die Berliner Afrika-Konferenz soll den Anlass dafür bieten, antirassistische und kapitalismuskritische Perspektiven mit Fokus auf die Politik der G20 ganz aktuell zusammenzudenken. Wie hängen Migrationskontrolle und Investitionsförderung zusammen? Wie können wir aus linksradikaler und antirassistischer Perspektive über Fluchtursachenbekämpfung und selbstbestimmte Entwicklung reden, ohne einem neoliberalen und nur scheinbar progressiven Entwicklungsdiskurs in die Falle zu gehen? Und was wäre ein antirassistische-revolutionäre Perspektive für die Verbindung unserer Kämpfe, auch in Hinblick auf die Inszenierung der Macht beim Gipfeltreffen der G20 in Hamburg? Für eine Podiumsdiskussion, bei der diesen Fragen auf den Grund gegangen werden soll, haben wir den Journalisten Albert Chaibou aus Niger, den taz-Redakteur Christian Jakob, Solange von Women in Exil sowie den Ökonomen Ndongo Samba Sylla aus Senegal eingeladen. Natürlich wird es auch für das Publikum die Möglichkeit geben, eigene Gedanken und Anregungen einzubringen.

    Übersetzung (Englisch/Französisch/Deutsch) ist angefragt und wird zeitnah bekanntgegeben.