Hilfegesuch von neuem Hausprojekt

    26.01.2012
    Liebe Freund_innen & Genoss_innen,
    
    wir richten uns mit der sehr brennenden Bitte nach der Gewährung eines
    Direktkredites für unser Hausprojekt an Euch. Sofern Ihr über
    entsprechende Mittel verfügt (auch kleine Beträge helfen weiter!), lest
    doch bitte den angehängten Text. Falls Ihr eine besondere Idee habt, wo
    noch ein wenig Schotter lose sitzen könnte, freuen wir uns über
    Vermittlung!
    
    Wir kommen gerne zu euren Plena und Treffen. Schreibt uns, wann wir euch
    mehr über das Projekt erzählen können. Ihr erreicht uns unter
    kika@cyborgsociety.org
    
    Außerdem gibt es einen Infonachmittag mit Kaffee und Kuchen am Sonntag
    29.1. ab 15:30 Uhr im FAQ-Laden, Jonasstr.40 (U-Bhf Leinestr.), zu dem
    Ihr herzlich eingeladen seid, und wo wir ebenfalls mehr zum Projekt
    erzählen werden.
    
    Liebste Grüße, die Kika-Gruppe
    
    -----------------------------------------------------------------------
    
    *Der Kika-Zusammenschluss*
    
    Seit rund anderthalb Jahren gibt es unseren unter dem Namen
    "Kika-Gruppe" firmierenden Zusammenschluss dreier verschiedener (Wohn-)
    Gruppen, die teilweise seit vielen Jahren auf der Berliner Projektbühne
    ihr Unwesen treiben - und sich entsprechend lange gemeinsame Gedanken
    machen, teilweise kollektive Arbeitszusammenhänge jenseits der üblichen
    Lohnarbeitsfallen oder eine gemeinsame Ökonomie etabliert haben: Die ASK
    (Antifaschistische Stadtkommune), Glitzaplanet und "Freizeit". Zusammen
    sind wir 40 Personen (darunter sechs Kinder), die meisten sind in
    unterschiedlichen politischen Zusammenhängen jenseits unserer
    Hausprojektgruppe aktiv.
    Wir teilen den Wunsch nach kollektivem Leben, herrschaftskritisch und so
    selbstbestimmt, wie möglich. Der Strukturierung unserer Leben und
    unserer Zusammenhänge durch diverse Machtverhältnisse versuchen wir
    offensiv - sowohl nach innen als auch nach außen - entgegenzutreten.
    Deshalb wollen wir in unserem Haus nicht nur wohnen (und uns miteinander
    auseinandersetzen), sondern nach Möglichkeit nach außen wirken - am
    liebsten natürlich (auch) in unseren hauseigenen Veranstaltungsräumen,
    die nicht zuletzt dem Kiez und politischen Zusammenhängen als Spielwiese
    und Ort für Austausch und Vernetzung dienen sollen.
    
    *Das Objekt der gemeinsamen Begierde*
    
    Sämtliche Energien fließen gerade in den Kauf eines viergeschossigen
    Hauses im sich erschließenden und gentrifizierenden Neuköllnkiez, in dem
    ca. 40 Personen Platz zum Wohnen finden. Sofern wir das
    Haus bekommen, wollen wir das Dach als Gemeinschaftsraum ausbauen und -
    im Hof eine Remise für Veranstaltungen bauen. Die Bausubstanz des
    Gebäudes ist laut dem Architekten, der uns vom Mietshäuser Syndikat aus
    zur Seite steht, gut; größere Sanierungsmaßnahmen sind unnötig.
    
    *Die Zeit rennt*
    
    Für das Haus inklusive Umbau haben wir den überwiegenden Teil der für
    einen Bankkredit notwendigen Direktkredite zusammen. Uns fehlt
    allerdings noch eine relativ kleine und dennoch stattliche Summe, um ein
    realistisches Kaufangebot abgeben zu können - und die Uhr tickt: Wir
    haben nicht mehr viel Zeit ...
    
    *Was könnt ihr tun*
    
    Ihr habt Geld auf der hohen Kante, das ihr gerade nicht braucht? Auf
    einem Spar- oder schweizer Konto? Ersparnisse, die in Krisenzeiten bei
    keiner Bank mehr sicher sind ?-) Borgt uns Euer Geld!
    Mit jeder Person die einen Direktkredit gibt, wird ein eigener Vertrag
    ausgehandelt. In diesem wird unter anderem vereinbart: die Höhe, die
    Laufzeit,
    Kündigungsfristen und ob mit oder ohne Inflationszins.
    Selbst wenn ihr uns für ein halbes Jahr eine Summe von 500 Euro leihen
    könnt, würdet ihr uns weiter helfen - "Kleinvieh macht auch Mist".
    
    *Direktkredite - ein kleiner Exkurs*
    
    Die Direktkredite sind notwendige Voraussetzungen für die Gewährung
    eines wesentlich höheren Bankkredites. Außerdem halten sie uns den
    Rücken frei:
    Durch in der Regel günstigeren Zinskonditionen wird unsere zukünftige
    "Miete" verringert, mit der wir den Kredit abbezahlen. Bei
    Direktkrediten in Höhe von 300.000 Euro kommen wir schnell auf einen
    Unterschied von mehreren tausend Euro PRO JAHR an Zinsausgaben im
    Vergleich zu
    einem Bankkredit. Das weiß auch Herr Wulff - nur dass der reichere
    Freund_innen hat als wir.
    Ein Direktkreditvertrag wird individuell vereinbart. Er beinhaltet in
    erster Linie die Zinshöhe (0% bis max. 3%), die Laufzeit (mindestens ein
    halbes Jahr bis unbefristet) und eine (auch kurzfristige)
    Kündigungsfrist. Je größer die Summe, desto länger muss die Laufzeit
    bzw. die Kündigungsfrist sein, damit wir auch realistisch in der Lage
    sind, zurückzuzahlen - zur Not über die Aufnahme eines neuen Kredites.
    Die Rückzahlungsmodalitäten lassen sich flexibel vereinbaren: in
    monatlichen Raten oder auf einmal.
    
    *Das Mietshäuser Syndikat*
    
    Wir arbeiten mit dem Mietshäuser Syndikat zusammen, das den
    Kauf von inzwischen fast 60 Hausprojekten begleitet hat. Das
    Syndikat gewährleistet eine dauerhafte Vernetzung und Unterstüzung
    zwischen den (Haus)-Projekten und ermöglicht den Transfer von Wissen und
    Ressourcen. Etablierte Altprojekte beraten neue Projektinitiativen und
    stellen ihr Know-how zur Verfügung - das Rad muss nicht jedes Mal neu
    erfunden werden. Vor allem: Die Altprojekte zahlen in einen Solifonds zu
    Gunsten neuer Projektinitiativen. Denn durch die allmähliche Tilgung der
    Kredite ist die Zinslast bei Altprojekten erheblich niedriger und sinkt
    von Jahr zu Jahr.
    Das Mietshäuser Syndikat wurde vor 20 Jahren gegründet, um Häuser dem
    Immobilienmarkt zu entziehen und damit auch günstiges Wohnen zu
    ermöglichen. Um das langfristig zu gewährleisten, wurde eine besondere
    Besitzstruktur entwickelt, die verhindert, dass das Haus reprivatisiert
    wird. Ausführliche Informationen: www.syndikat.org
    
    Kontakt:
    kika@cyborgsociety.org
    Infonachmittag:
    29.1. ab 15:30 Uhr
    im FAQ-Laden,
    Jonasstr.40
    (U-Bhf Leinestr.)