Liebe Freund_innen & Genoss_innen, wir richten uns mit der sehr brennenden Bitte nach der Gewährung eines Direktkredites für unser Hausprojekt an Euch. Sofern Ihr über entsprechende Mittel verfügt (auch kleine Beträge helfen weiter!), lest doch bitte den angehängten Text. Falls Ihr eine besondere Idee habt, wo noch ein wenig Schotter lose sitzen könnte, freuen wir uns über Vermittlung! Wir kommen gerne zu euren Plena und Treffen. Schreibt uns, wann wir euch mehr über das Projekt erzählen können. Ihr erreicht uns unter kika@cyborgsociety.org Außerdem gibt es einen Infonachmittag mit Kaffee und Kuchen am Sonntag 29.1. ab 15:30 Uhr im FAQ-Laden, Jonasstr.40 (U-Bhf Leinestr.), zu dem Ihr herzlich eingeladen seid, und wo wir ebenfalls mehr zum Projekt erzählen werden. Liebste Grüße, die Kika-Gruppe ----------------------------------------------------------------------- *Der Kika-Zusammenschluss* Seit rund anderthalb Jahren gibt es unseren unter dem Namen "Kika-Gruppe" firmierenden Zusammenschluss dreier verschiedener (Wohn-) Gruppen, die teilweise seit vielen Jahren auf der Berliner Projektbühne ihr Unwesen treiben - und sich entsprechend lange gemeinsame Gedanken machen, teilweise kollektive Arbeitszusammenhänge jenseits der üblichen Lohnarbeitsfallen oder eine gemeinsame Ökonomie etabliert haben: Die ASK (Antifaschistische Stadtkommune), Glitzaplanet und "Freizeit". Zusammen sind wir 40 Personen (darunter sechs Kinder), die meisten sind in unterschiedlichen politischen Zusammenhängen jenseits unserer Hausprojektgruppe aktiv. Wir teilen den Wunsch nach kollektivem Leben, herrschaftskritisch und so selbstbestimmt, wie möglich. Der Strukturierung unserer Leben und unserer Zusammenhänge durch diverse Machtverhältnisse versuchen wir offensiv - sowohl nach innen als auch nach außen - entgegenzutreten. Deshalb wollen wir in unserem Haus nicht nur wohnen (und uns miteinander auseinandersetzen), sondern nach Möglichkeit nach außen wirken - am liebsten natürlich (auch) in unseren hauseigenen Veranstaltungsräumen, die nicht zuletzt dem Kiez und politischen Zusammenhängen als Spielwiese und Ort für Austausch und Vernetzung dienen sollen. *Das Objekt der gemeinsamen Begierde* Sämtliche Energien fließen gerade in den Kauf eines viergeschossigen Hauses im sich erschließenden und gentrifizierenden Neuköllnkiez, in dem ca. 40 Personen Platz zum Wohnen finden. Sofern wir das Haus bekommen, wollen wir das Dach als Gemeinschaftsraum ausbauen und - im Hof eine Remise für Veranstaltungen bauen. Die Bausubstanz des Gebäudes ist laut dem Architekten, der uns vom Mietshäuser Syndikat aus zur Seite steht, gut; größere Sanierungsmaßnahmen sind unnötig. *Die Zeit rennt* Für das Haus inklusive Umbau haben wir den überwiegenden Teil der für einen Bankkredit notwendigen Direktkredite zusammen. Uns fehlt allerdings noch eine relativ kleine und dennoch stattliche Summe, um ein realistisches Kaufangebot abgeben zu können - und die Uhr tickt: Wir haben nicht mehr viel Zeit ... *Was könnt ihr tun* Ihr habt Geld auf der hohen Kante, das ihr gerade nicht braucht? Auf einem Spar- oder schweizer Konto? Ersparnisse, die in Krisenzeiten bei keiner Bank mehr sicher sind ?-) Borgt uns Euer Geld! Mit jeder Person die einen Direktkredit gibt, wird ein eigener Vertrag ausgehandelt. In diesem wird unter anderem vereinbart: die Höhe, die Laufzeit, Kündigungsfristen und ob mit oder ohne Inflationszins. Selbst wenn ihr uns für ein halbes Jahr eine Summe von 500 Euro leihen könnt, würdet ihr uns weiter helfen - "Kleinvieh macht auch Mist". *Direktkredite - ein kleiner Exkurs* Die Direktkredite sind notwendige Voraussetzungen für die Gewährung eines wesentlich höheren Bankkredites. Außerdem halten sie uns den Rücken frei: Durch in der Regel günstigeren Zinskonditionen wird unsere zukünftige "Miete" verringert, mit der wir den Kredit abbezahlen. Bei Direktkrediten in Höhe von 300.000 Euro kommen wir schnell auf einen Unterschied von mehreren tausend Euro PRO JAHR an Zinsausgaben im Vergleich zu einem Bankkredit. Das weiß auch Herr Wulff - nur dass der reichere Freund_innen hat als wir. Ein Direktkreditvertrag wird individuell vereinbart. Er beinhaltet in erster Linie die Zinshöhe (0% bis max. 3%), die Laufzeit (mindestens ein halbes Jahr bis unbefristet) und eine (auch kurzfristige) Kündigungsfrist. Je größer die Summe, desto länger muss die Laufzeit bzw. die Kündigungsfrist sein, damit wir auch realistisch in der Lage sind, zurückzuzahlen - zur Not über die Aufnahme eines neuen Kredites. Die Rückzahlungsmodalitäten lassen sich flexibel vereinbaren: in monatlichen Raten oder auf einmal. *Das Mietshäuser Syndikat* Wir arbeiten mit dem Mietshäuser Syndikat zusammen, das den Kauf von inzwischen fast 60 Hausprojekten begleitet hat. Das Syndikat gewährleistet eine dauerhafte Vernetzung und Unterstüzung zwischen den (Haus)-Projekten und ermöglicht den Transfer von Wissen und Ressourcen. Etablierte Altprojekte beraten neue Projektinitiativen und stellen ihr Know-how zur Verfügung - das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden. Vor allem: Die Altprojekte zahlen in einen Solifonds zu Gunsten neuer Projektinitiativen. Denn durch die allmähliche Tilgung der Kredite ist die Zinslast bei Altprojekten erheblich niedriger und sinkt von Jahr zu Jahr. Das Mietshäuser Syndikat wurde vor 20 Jahren gegründet, um Häuser dem Immobilienmarkt zu entziehen und damit auch günstiges Wohnen zu ermöglichen. Um das langfristig zu gewährleisten, wurde eine besondere Besitzstruktur entwickelt, die verhindert, dass das Haus reprivatisiert wird. Ausführliche Informationen: www.syndikat.org Kontakt: kika@cyborgsociety.org Infonachmittag: 29.1. ab 15:30 Uhr im FAQ-Laden, Jonasstr.40 (U-Bhf Leinestr.)